Die Aufbereitungszeit ist die Größe, die den Wäschebestand eines Studios am stärksten bestimmt, und gleichzeitig die, die am häufigsten unterschätzt wird. In vielen Studios wird gewaschen, wenn gerade Zeit ist, und getrocknet, bis es passt. Das funktioniert, solange die Auslastung niedrig ist, und bricht zusammen, sobald sie steigt. Wer stattdessen realistische Zeitwerte ermittelt und feste Zeitfenster setzt, kann den Bestand rechnerisch planen und Engpässe vermeiden. Dieser Beitrag beschreibt, wie sich die tatsächlichen Zeiten messen lassen, wie Zeitfenster gesetzt werden und welche Stellschrauben die Umlaufzeit verkürzen.
Die tatsächliche Aufbereitungszeit messen
Der erste Schritt besteht darin, die reale Zeit zu ermitteln statt sie zu schätzen. Dafür genügt es, ein markiertes Set über einen vollständigen Zyklus zu verfolgen und fünf Zeitpunkte zu notieren: Rücknahme, Start des Waschgangs, Ende des Waschgangs, Ende des Trocknens und Wiedereinlagerung. Die Differenz zwischen erstem und letztem Zeitpunkt ist die Umlaufzeit. Häufig zeigt sich dabei, dass der reine Maschinenteil nur einen Bruchteil ausmacht, während Wartezeiten den Großteil bilden. Genau diese Wartezeiten sind der eigentliche Ansatzpunkt für Verbesserungen. Sinnvoll ist, die Messung an einem typischen Tag durchzuführen und nicht an einem besonders ruhigen. Eine zweite Messung an einem stark ausgelasteten Tag liefert den oberen Wert. Beide Werte zusammen bilden die Planungsgrundlage.
Feste Zeitfenster setzen
Sobald die Zeiten bekannt sind, sollten sie in feste Fenster überführt werden. Sinnvoll ist, den Waschzeitpunkt an eine Tageszeit mit geringerer Auslastung zu koppeln, etwa den späten Vormittag oder den Zeitraum nach dem letzten Termin. Wichtig ist, dass der Zeitpunkt feststeht und nicht situativ entschieden wird, weil er sonst regelmäßig verschoben wird. Die Anzahl der Waschgänge richtet sich nach der Auslastung und nicht nach der Füllung des Behälters. Bei hoher Auslastung sind zwei Fenster pro Tag sinnvoller als ein großer Waschgang am Abend. Sinnvoll ist außerdem, den Zeitpunkt so zu legen, dass das Trocknen abgeschlossen ist, bevor der Bestand wieder benötigt wird. Die Zuständigkeit für jedes Fenster sollte eindeutig geregelt sein. Wie sich das festlegen lässt, beschreibt der Beitrag Wer wäscht was.
Stellschrauben zur Verkürzung der Umlaufzeit
Die Umlaufzeit lässt sich an mehreren Stellen verkürzen, ohne dass Qualität verloren geht. Die erste Stellschraube ist die Wartezeit vor dem Waschen, die sich durch feste Zeitfenster deutlich reduzieren lässt. Die zweite ist die Entnahme nach Programmende, weil Wäsche in der Trommel nachfeuchtet und dadurch länger zum Trocknen braucht. Die dritte ist die Trocknungsanordnung: einzeln hängende Teile mit Abstand trocknen deutlich schneller als ein voll behängter Ständer. Die vierte ist die Schleuderzahl, sofern das Pflegeetikett höhere Werte zulässt, weil weniger Restfeuchte die Trocknungszeit verkürzt. Die fünfte ist das unmittelbare Sortieren nach dem Trocknen, weil sonst Wäsche fertig, aber nicht verfügbar ist. Alle fünf lassen sich ohne Investition umsetzen. Zusammen verkürzen sie die Umlaufzeit in vielen Studios um mehrere Stunden. Grundlagen zur Pflege beschreibt der Beitrag zum Pflegen von EMS-Wäsche im Studio.
Kapazität und Engpässe
Neben der Zeit ist die Kapazität die zweite Begrenzung. Eine einzelne Maschine kann pro Tag nur eine bestimmte Menge aufbereiten, und diese Grenze sollte bekannt sein. Sinnvoll ist, die maximale Tageskapazität einmal zu berechnen und mit der Auslastung an Spitzentagen zu vergleichen. Liegt die Auslastung nahe an der Kapazitätsgrenze, gibt es keinen Spielraum für Störungen. In diesem Fall ist entweder ein größerer Wäschebestand oder eine zusätzliche Kapazität nötig. Sinnvoll ist außerdem, einen Plan für den Ausfall der Maschine zu haben, weil dieser Fall regelmäßig eintritt. Ein größerer Bestand ist dabei die einfachere Absicherung als eine kurzfristige externe Lösung. Wer Kapazität und Bestand gemeinsam betrachtet, trifft belastbare Entscheidungen. Wie sich der Bestand berechnen lässt, beschreibt der Beitrag zu Bestand und Umlauf.
Die Planung dokumentieren
Damit die Zeitfenster im Alltag bestehen, sollten sie schriftlich vorliegen. Sinnvoll ist eine kurze Übersicht am Waschbereich mit den Zeitfenstern, der jeweiligen Zuständigkeit und den wichtigsten Parametern. Sie ersetzt mündliche Absprachen und funktioniert auch bei Vertretungen. Sinnvoll ist außerdem, durchgeführte Waschgänge kurz zu notieren, damit der Ablauf nachvollziehbar bleibt. Diese Notiz muss nicht aufwendig sein; Datum und Kürzel reichen aus. Bei veränderter Auslastung sollten die Fenster angepasst und die Übersicht aktualisiert werden. Sinnvoll ist eine Überprüfung mindestens einmal jährlich sowie bei jeder größeren Veränderung im Terminplan. Wer diese Dokumentation führt, hat bei Engpässen eine belastbare Grundlage für Entscheidungen. Und der Ablauf funktioniert unabhängig von einzelnen Personen.
Kurze Umlaufzeiten sind nur mit Wäsche möglich, die häufige Aufbereitung übersteht. Die Agiletics EMS-Wäsche ist darauf ausgelegt; aktuelle Angaben dazu finden sich hier:
Fazit
Wasch- und Trocknungszeiten bestimmen den Wäschebestand und sollten gemessen statt geschätzt werden. Eine Verfolgung eines markierten Sets über fünf Zeitpunkte liefert die reale Umlaufzeit; meist bilden Wartezeiten den größten Anteil. Feste Zeitfenster, gekoppelt an Zeiten geringerer Auslastung und mit eindeutiger Zuständigkeit, verhindern situative Entscheidungen. Fünf Stellschrauben verkürzen die Umlaufzeit ohne Investition, darunter zügige Entnahme nach Programmende und einzeln hängende Teile beim Trocknen. Kapazität und Bestand sind gemeinsam zu betrachten, weil bei Auslastung nahe der Kapazitätsgrenze kein Spielraum für Störungen bleibt. Eine kurze schriftliche Übersicht am Waschbereich sorgt dafür, dass die Planung auch bei Vertretungen eingehalten wird.